Winston S. Churchill hat einmal sinngemäß gesagt, es sei ein Vorteil im Leben, die Fehler, aus denen man lernen kann, möglichst früh zu begehen. Das wirkt auf den ersten Blick wie ein Spruch fürs Frühstücksbrettchen. Aber wenn man genauer hinschaut, steckt darin eine ziemlich nüchterne Lebensphilosophie: Lernen ist nicht schön, Lernen ist oft peinlich. Und genau deshalb ist es klug, wenn man die peinlichen Momente früh hat – bevor sie einen später richtig teuer zu stehen kommen.
Churchill frühe Fehler bedeutet nicht: Mach jeden Mist absichtlich. Es bedeutet: Tu nicht so, als könntest du dich durchs Leben mogeln, ohne auf die Schnauze zu fallen. Fehler passieren, weil Menschen nicht allwissend sind, weil Entscheidungen unter Druck entstehen, weil Gefühle reinfunken, weil man manchmal einfach falsch liegt. Die Frage ist nur: Bleibt man dann stehen, oder verändert man etwas?
Philosophisch betrachtet spricht Churchill über die Rolle von Erfahrung. Erfahrung ist nämlich selten ein nettes Seminar. Sie ist eher der Moment, in dem man merkt: Ich habe mir das schön geredet, ich war zu stolz, zu bequem, zu sicher. Aus genau solchen Momenten entsteht Reife. Nicht aus Perfektion, sondern aus Korrektur.
Churchill war selbst jemand, der in Krisen denken und handeln musste. Ein Mann, der wusste, dass Entscheidungen Folgen haben – und dass man sich in der Realität nicht hinter Ausreden verstecken kann. Vielleicht kommt gerade daher dieser pragmatische Ton: Wenn Fehler unvermeidlich sind, dann ist es besser, sie früh im Prozess zu machen, solange man noch Spielraum hat. Früh heißt: bevor es zur Gewohnheit wird. Bevor man seine Identität an die eigene Meinung kettet. Bevor man lieber Recht behalten will, als klüger zu werden.
Churchill frühe Fehler ist am Ende auch eine Einladung zur Ehrlichkeit: zu sich selbst und zu dem, was man noch nicht kann. Fehler sind nicht das Ziel. Aber sie sind oft das Tor. Wer früh erkennt, wo er danebenliegt, kauft sich Zeit. Und Zeit ist im Leben die härteste Währung.
Ich heiße Mike Hardel. Geboren in Pforzheim, beruflich unterwegs als Fahrer, aber eigentlich ständig auf Gedankenreise zwischen Kaffee und Kant. Der Blog hier? Kein Hobby. Eher ein Reflex. Ein digitaler Ausrutscher mit Absicht.
Ich schreibe, weil ich nicht anders kann. Weil mich Dinge aufregen, die andere wegnicken. Weil ich glaube, dass Denken nicht out ist – und Meinung nicht automatisch Hass. Ich will Missstände benennen, Denkanstöße geben und gleichzeitig lachen können. Auch über mich selbst.
Wer mich kennt, weiß: Ich kann leise sein – aber wehe, es wird unfair. Dann werd ich laut. Ich bin ein Zyniker mit Herz, ein Klartextfreund mit Humor, und ja – auch einer, den man oft unterschätzt. Bis es knallt. Nicht laut. Sondern im Kopf des Gegenübers.
Wirklich wütend machen mich Politiker, die lieber in Kriegen baden als in Verantwortung. Menschen, die Macht mit Moral verwechseln. Und all die, die glauben, Demokratie sei nur dann gut, wenn sie ihnen nützt. Hoffnung? Die krieg ich, wenn ich in die Augen meiner Kinder sehe. Da wohnt Zukunft drin. Und Liebe. Und alles, was zählt.
Mir ist durchaus bewusst, dass das, was ich hier veröffentliche, manchmal provokant ist. Das ist nicht nur okay – das ist gewollt. Denn wer nicht aneckt, wird übersehen. Und wer nicht nachdenkt, bleibt stehen. Ich will, dass man sich reibt, innehält, vielleicht auch ärgert – und dann kommentiert. Nicht, weil ich immer recht habe. Sondern weil ich überzeugt bin: Diskurs beginnt da, wo Widerspruch erlaubt ist.
Aber Provokation ist nicht gleich Respektlosigkeit. Wer einen ehrlichen Austausch sucht, bekommt bei mir immer einen Platz am Tisch. Nur den Kaffee muss man sich selbst kochen. Aber trinken – den können wir dann gemeinsam. Zwischen Zeilen, Worten und Gedanken.
Wenn du hier liest, dann lies nicht nur. Denk mit. Schreib mit. Sag mir deine Meinung. Ehrlich, direkt, unbequem – genau wie ich. Ich bin nicht dein Influencer. Ich bin der Typ, der dir beim Lesen ein bisschen den Kopf verdreht – aber nie dein Rückgrat.