Viele Leute behandeln Nachrichten wie Wetter: Es passiert halt, und dann sagt dir jemand im Fernsehen, wie es ist.
Blöderweise sind Nachrichten kein Wetter. Nachrichten sind gemacht. Geschnitten. Gewichtet. Und manchmal auch: einfach gelogen.
Und ja, das klingt hart. Aber ich hab’s nicht aus irgendeinem Internet-Glaskugel-Kreis. Ich hab’s aus dem ganz normalen Leben. Aus einem Moment, der bei mir alles umgelegt hat: Corona.
Corona: Der Moment, wo ich gemerkt hab, dass da was faul ist
Damals liefen in den Nachrichten Geschichten über Leichenberge in Italien. Das wurde so erzählt, als wäre dort die Hölle aufgegangen und niemand kommt mehr klar.
Ich hab das am Anfang geglaubt. Warum auch nicht? Nachrichten, seriös, ernste Musik, ernste Gesichter. Das wirkt halt.
Dann schreiben mir italienische Freunde aus genau dem Ort, der in den Berichten genannt wurde: Sie waren dort. Vor Ort. Und sie haben das, was hier als Realität verkauft wurde, so nicht gesehen. Nicht bisschen weniger. Sondern: nicht so.
Und ab da ging bei mir das Vertrauen langsam kaputt. Nicht weil ich plötzlich gegen alles war. Sondern weil ich gemerkt hab: Wenn die bei so einem Thema solche Bilder bauen – was machen die dann bei allen anderen Themen?
Und dann kam der zweite Schock: Die Leute lügen mit. Und andere feiern das.
Ich hab auf Facebook einen Artikel zu Corona gelesen. Darunter schreibt eine Frau, sie sei völlig fertig. In ihrer Stadt lägen Leichensäcke und Leichen auf den Straßen. Sie traut sich nicht mehr raus und verflucht jeden, der sich nicht impfen lässt.
Leute fragen: Wo wohnst du?
Sie schreibt: Pforzheim. Goldstadt. Aber von Glanz ist wegen den Leichenbergen nichts mehr zu sehen.
Ich wohne und arbeite in Pforzheim. Ich bin beruflich jeden Tag auf den Straßen unterwegs. Ich hab ihr geschrieben: Entweder lügst du über Pforzheim oder über die Leichenberge. Beides zusammen geht nicht.
Und jetzt kommt der Witz, der eigentlich keiner ist: Die meisten haben ihr geglaubt. Nicht mir.
Ich war plötzlich Querdenker. Ich würde Scheiße erzählen. Und da wird’s richtig unerquicklich: Manche Menschen wollen gar keine Wahrheit. Die wollen ein Gefühl. Angst, Wut, moralische Überlegenheit. Hauptsache stark. Hauptsache laut.
Wer sich dafür interessiert, wie diese Nummer im Kopf überhaupt so gut funktioniert: Zu dumm zum Denken. Da passt das Thema wie Arsch auf Eimer.
Ja, Corona war real. Genau darum ist das so übel.
Bevor wieder jemand Schnappatmung kriegt: Natürlich war Corona real. Natürlich sind Menschen daran gestorben. Natürlich gab es schwere Fälle, volle Kliniken, echte Trauer.
Aber es wurde oft nicht sauber getrennt: gestorben an Corona oder gestorben mit Corona. Und ja, ich will fair sein: Es gab auch echte Corona-Tote. Genau deshalb ist es so dreckig, wenn manche Medien so tun, als müsste man extra übertreiben oder sogar erfinden, damit es wirkt.
Wer die Realität noch aufpumpt, will nicht nur informieren. Der will steuern.
Wie Medien das hinkriegen, ohne dass es wie Lügen aussieht
Die meisten denken bei Lüge an sowas wie 2 + 2 = 5. Also ganz plump.
So läuft das in Nachrichten selten. Es läuft eher so:
1) Du bekommst nicht die Wirklichkeit, du bekommst eine Auswahl
Es passiert jeden Tag tausend Dinge. In die Nachrichten kommen vielleicht zwanzig. Das ist schon der erste Filter.
Und dann wird’s spannend: Welche zwanzig? Welche bringen Klicks? Welche passen zur Linie? Welche machen Angst? Welche machen wütend?
Das läuft übrigens nicht nur in Nachrichten so. Das Dauer-Gelaber in Talkshows erledigt den Rest: Niemand denkt mehr selbst – Talkshows übernehmen das Denken.
2) Bilder, Videos, Balken: Wenn das sitzt, denkt keiner mehr nach

Wenn ein Bild sitzt, ist bei vielen der Kopf aus. Und noch besser sind Sachen, die nach Zahlen aussehen.
Beispiel Umfragen: Du hast 20 Prozent und 10 Prozent. Eigentlich müsste der Balken bei 20 doppelt so lang sein. Und dann siehst du Grafiken, wo der 10er-Balken fast gleich groß ist oder sogar länger wirkt, weil die Skala abgeschnitten ist oder die Balken komisch gemacht sind. Ergebnis: Die Partei, die gefördert werden soll, sieht fett aus. Und viele denken: Oh, die sind ja richtig groß. Das beeinflusst Leute. Punkt.
Und bei Videos ist es heute noch einfacher, weil man fast alles faken oder passend schneiden kann. Dazu hab ich das hier schon mal aufgeschrieben: KI-Fakes, scheiße nervig und gefährlich.
3) Wetterkarten: Panik ist auch nur Design

Früher war 40 Grad knallrot. Heute ist schon 25 Grad in Alarmfarbe. Man kann Hitze zeigen, ohne Hysterie zu malen. Aber Hysterie verkauft sich halt besser als nüchtern.
Und wenn du denkst, das ist kleinlich: Nein. Es ist genau die Art von Drehen, die im Kopf hängen bleibt.
4) Das LKW-im-Schnee-Ding: Aus Stillstand wird Drama
Dann diese Clips, wo ein LKW an einer roten Ampel steht, Schnee fällt, und das wird als festgefahren verkauft. Dumm nur: Nebenbei fahren massenweise Autos normal vorbei. Dann wird die Ampel grün, der LKW fährt auch los. War er fest? Nein. War es Drama? Ja – weil es so geschnitten und erzählt wurde.
5) Sprache macht aus Vermutungen Fakten
Es könnte sein wird zu es ist.
Experten warnen heißt oft: zwei Leute haben was gesagt.
Kritiker sagen heißt manchmal: irgendein Typ im Internet.
Das ist nicht immer ein Versehen. Das ist oft Absicht. Und es funktioniert.
Und wenn du dann brav nach dem Beleg fragst, kommt gern der heilige Endgegner: Und Gott sprach: Lies den Faktencheck.
6) Und wenn du zweifelst, bist du das Problem
Du fragst nach – und zack, bekommst du ein Etikett.
Nicht gute Frage.
Nicht lass uns prüfen.
Sondern Spinner, Leugner, sonstwas.
Damit ist die Diskussion tot, und alle können weiter im Rudel rennen. Ganz wie die Schafe bei Penny. Da wollte vielleicht nur ein Bock rein – und alle anderen dachten sich: Wenn der Bock Bock hat, wird das schon stimmen.
Kurzer Abstecher: Was bei Ukraine-Russland auch auffällt
Ich sag nicht, dass ich die Wahrheit gepachtet hab. Ich sage nur, was ich hier selbst erlebt hab.
Ich kenne Ukrainer, die sagen ganz offen: Das, was ihr in Deutschland zu sehen bekommt, ist auch Propaganda. Und sie erzählen Dinge, die hier so gut wie nie vorkommen.
Zum Beispiel: Wer Geld hat, kann ausreisen. Auch junge, starke Männer. Du zahlst, du gehst. Und dann hörst du Sätze wie: Wir waren an Weihnachten oder im Urlaub in der Ukraine. Da sitzt du da und denkst: Wie jetzt? Urlaub im Kriegsland?
Und ja, ich hab auch mehrfach gehört: Viele hätten Selenski lieber bei der Comedy gesehen und hätten ihm von Anfang an nicht vertraut. Ob das stimmt, ob das viele sind oder wenige, ist gar nicht mein Punkt. Mein Punkt ist: Diese Sicht kommt in deutschen Medien nicht vor. Nicht als Randnotiz, nicht als Frage, nicht als Perspektive. Und das ist wieder dieser Filter.
Was du ab sofort tun solltest, damit du nicht verarscht wirst
- Quelle prüfen
Wer sagt das? Wo steht das zuerst? Ist das eine Nachricht oder nur nacherzählt? - Original anschauen
Video-Original. Ort. Datum. Nicht den tausendsten Ausschnitt, sondern das ganze Ding. Ein Ausschnitt sagt oft gar nichts. - Gegencheck machen
Mindestens eine zweite Quelle, besser mehrere, die nicht alle denselben Text abschreiben. - Wenn dich etwas sofort packt: kurz Pause
Wenn du direkt Angst oder Hass spürst, ist das oft gewollt. Dann erst recht prüfen. - Kommentarspalten meiden
Die machen dich nicht schlauer. Die machen dich nur wütend oder traurig, weil dort oft die Dummheit frei rumläuft.
Das Ding is
Nachrichten sind nicht automatisch Wahrheit. Auch nicht, wenn der Sprecher geschniegelt aussieht und alles geschniegelt klingt. Auch dort wird ausgewählt, gedreht, weggelassen – und manchmal wird einfach gelogen. Deshalb: Glaub nicht einfach, was du in der Tagesschau siehst. Prüfe es. Quelle, Original, Ort, Datum, Gegencheck. Das ist nicht paranoid. Das ist erwachsen.
Herzlichst, Mike
Und jetzt du: Schreib deine Sicht in die Kommentare. Widersprich mir, tritt mir in den Arsch, alles okay – aber bitte mit Argumenten. Ich gehe nur im Blog auf Kommentare ein, nicht auf Social Media.