2 Gedanken zu “Regenbogen-Rebellion

  1. Der Text trifft’s voll. Viele Menschen brauchen halt immer einen Grund, um sich als „gute Menschen“ zu fühlen – besonders die, die im eigenen Garten eigentlich nur Unkraut horten. Mal ist es die Regenbogenflagge am Fenster, mal ein „Oma gegen Rechts“-Aufkleber, mal ein Fahrrad voller Fuck-AfD-Sticker. Meist geht’s weniger um echte Solidarität als darum, moralisch glänzen zu können, ohne wirklich was zu tun.

    Psychologisch ist das fast schon logisch: Wer wenig Kontrolle über sein eigenes Leben hat, stabilisiert sein Selbstwertgefühl über Symbole und öffentliche Haltung. Hauptsache, man fühlt sich gut dabei. Und genau deshalb denken heute viele automatisch, linke Politik sei die „richtige“, die Gutmenschenpolitik. Enteignung, Gewaltfantasien gegen die „Bösen“ – alles okay, solange das moralische Selbstbild glänzt. Wer hätte gedacht, dass Gutsein so „ungefährlich“ sein kann, solange man die richtigen Aufkleber klebt?

    Das Lustige: Die meisten Schwulen und Lesben wollen von diesem ganzen Regenbogentrend überhaupt nichts wissen. Sie sind genervt, dass man sie ständig ins Rampenlicht zerrt und aus ihrer Identität eine bunte Moralbühne macht.

    1. Danke dir für diesen durchdachten Kommentar – genau das ist der Punkt, den ich mit dem Artikel treffen wollte. Es geht nicht um Ablehnung von Vielfalt, sondern um die Frage, wer sie eigentlich gerade vereinnahmt – und wozu.
      Dass viele queere Menschen selbst zunehmend genervt sind von dieser moralisch überhöhten Dauersichtbarkeit, höre ich auch oft.
      Wenn Identität zur Bühne wird, geht es irgendwann nicht mehr um Menschen, sondern um Narrative. Und wer dann noch differenzieren will, wird schnell aus dem Chor verbannt.
      Deshalb: Danke, dass du das so klar benennst.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert