„Wahnsinn ist oft die Logik eines sehr akuraten Geistes, der überlastet ist.“ Dieser Satz von Oliver Wendell Holmes ist keine Provokation, sondern eine nüchterne Beobachtung. Er beschreibt keinen Kontrollverlust, sondern einen Denkprozess, der zu weit, zu konsequent und zu lange betrieben wird.
Holmes, selbst Arzt und Denker, wusste: Ein akkurater Geist ist kein chaotischer Geist. Im Gegenteil. Es ist ein Denken, das präzise arbeitet, Zusammenhänge erkennt und Widersprüche nicht einfach stehen lassen kann. Genau diese Präzision wird jedoch zum Problem, wenn sie auf eine Welt trifft, die selbst widersprüchlich, laut und überfordernd ist.
Das eigentliche Risiko liegt nicht im Denken, sondern in seiner Dauer. Ein akkurater Geist sucht Ordnung, Logik und Klarheit. Doch wenn Reize, Informationen und moralische Bewertungen pausenlos auf ihn einströmen, fehlt die Möglichkeit zur Entlastung. Denken wird dann nicht mehr zum Werkzeug, sondern zur Dauerbelastung.
Unsere Zeit begünstigt diesen Zustand. Permanente Erreichbarkeit, ständige Meinungen, Empörungswellen und Informationsflut erzeugen einen inneren Druck, der kaum noch abklingt. Wer versucht, all das sauber einzuordnen, rational zu bewerten und logisch zu verarbeiten, läuft Gefahr, sich selbst zu verlieren. Nicht, weil er falsch denkt – sondern weil er zu viel denkt.
Oliver Wendell Holmes beschreibt Wahnsinn deshalb nicht als Irrationalität, sondern als Folge von Überlastung. Ein akkurater Geist kennt kein Abschalten auf Knopfdruck. Er arbeitet weiter, auch wenn der Körper längst Grenzen setzt. Genau darin liegt seine Stärke – und seine Verletzlichkeit.
Philosophisch stellt sich damit eine unbequeme Frage: Muss Denken immer weitergehen? Oder gehört zur Vernunft auch die Fähigkeit, bewusst nicht weiterzudenken? Vielleicht ist geistige Gesundheit nicht Anpassung an eine überfordernde Welt, sondern die Fähigkeit, Unschärfe auszuhalten.
Holmes erinnert daran, dass Klarheit Grenzen braucht. Ein akkurater Geist sieht mehr – und zahlt dafür manchmal einen hohen Preis.
Ich heiße Mike Hardel. Geboren in Pforzheim, beruflich unterwegs als Fahrer, aber eigentlich ständig auf Gedankenreise zwischen Kaffee und Kant. Der Blog hier? Kein Hobby. Eher ein Reflex. Ein digitaler Ausrutscher mit Absicht.
Ich schreibe, weil ich nicht anders kann. Weil mich Dinge aufregen, die andere wegnicken. Weil ich glaube, dass Denken nicht out ist – und Meinung nicht automatisch Hass. Ich will Missstände benennen, Denkanstöße geben und gleichzeitig lachen können. Auch über mich selbst.
Wer mich kennt, weiß: Ich kann leise sein – aber wehe, es wird unfair. Dann werd ich laut. Ich bin ein Zyniker mit Herz, ein Klartextfreund mit Humor, und ja – auch einer, den man oft unterschätzt. Bis es knallt. Nicht laut. Sondern im Kopf des Gegenübers.
Wirklich wütend machen mich Politiker, die lieber in Kriegen baden als in Verantwortung. Menschen, die Macht mit Moral verwechseln. Und all die, die glauben, Demokratie sei nur dann gut, wenn sie ihnen nützt. Hoffnung? Die krieg ich, wenn ich in die Augen meiner Kinder sehe. Da wohnt Zukunft drin. Und Liebe. Und alles, was zählt.
Mir ist durchaus bewusst, dass das, was ich hier veröffentliche, manchmal provokant ist. Das ist nicht nur okay – das ist gewollt. Denn wer nicht aneckt, wird übersehen. Und wer nicht nachdenkt, bleibt stehen. Ich will, dass man sich reibt, innehält, vielleicht auch ärgert – und dann kommentiert. Nicht, weil ich immer recht habe. Sondern weil ich überzeugt bin: Diskurs beginnt da, wo Widerspruch erlaubt ist.
Aber Provokation ist nicht gleich Respektlosigkeit. Wer einen ehrlichen Austausch sucht, bekommt bei mir immer einen Platz am Tisch. Nur den Kaffee muss man sich selbst kochen. Aber trinken – den können wir dann gemeinsam. Zwischen Zeilen, Worten und Gedanken.
Wenn du hier liest, dann lies nicht nur. Denk mit. Schreib mit. Sag mir deine Meinung. Ehrlich, direkt, unbequem – genau wie ich. Ich bin nicht dein Influencer. Ich bin der Typ, der dir beim Lesen ein bisschen den Kopf verdreht – aber nie dein Rückgrat.