Linksextreme bei der Arbeit
Ich werde immer wieder stinksauer. Nicht auf Leute, die links denken. Links sein ist eine politische Richtung. Kann man haben, kann man diskutieren, kann man kritisieren, kann man auch gut finden. Mir geht’s um linke Gewalt. Um Linksextreme, die meinen, Gewalt wäre ok, solange sie sich dabei selbst für die Guten halten. Und mir geht’s um die größere Gruppe dahinter: die, die so tun, als wäre das alles nur ein bisschen Protest, ein bisschen Krawall, ein bisschen Szene. Als hätte das weniger Gewicht.
Und nein: Das ist kein Ablenkungsmanöver. Das ist keine Relativierung von rechter Gewalt. Rechte Gewalt ist real, gefährlich, tödlich, und wer sie kleinredet, hat den Schuss nicht gehört. Aber genau deshalb macht mich diese Doppelmoral so wütend: Wenn man bei rechter Gewalt sofort Alarm schlägt, muss man bei linker Gewalt exakt genauso handeln. Alles andere ist billig, feige und am Ende brandgefährlich.
Zwei Maßstäbe, eine Heuchelei
Wenn irgendwo ein Brandanschlag passiert und es wäre rechte Gewalt gewesen, dann wäre hier aber richtig Party. Dauerfeuer in Radio und TV, Sondersendungen, Talkshows, Politiker-Statements, Demos, Mahnwachen, große Worte, moralische Empörung bis zum Anschlag. Und ja: In dem Fall auch zurecht. Wer Menschen bedroht, Häuser anzündet, Existenzen kaputt macht, gehört nicht in Watte gepackt, sondern vor Gericht.
Aber wenn das Ganze aus dem linksextremen Milieu kommt, dann wird es oft klein gekocht. Dann klingt es plötzlich nach Randnotiz. Da heißt es dann schnell, ja, ist passiert, kommt vor, und weiter geht’s. Kein Dauerfeuer, keine große Einordnung, keine politische Wucht, kein konsequentes Draufhauen auf die Täter-Logik.
Und genau das ist der Punkt: Nicht jede Redaktion, nicht jede Partei macht das gleich. Natürlich wird berichtet. Aber der Ton ist häufig ein anderer. Der Druck ist ein anderer. Die Konsequenz wirkt kleiner. Und dadurch entsteht dieser Eindruck, der viele Leute komplett auf die Palme bringt: Linke Gewalt ist irgendwie mehr toleriert.
Gewalt bleibt Gewalt, egal in welcher Farbe
Ich sag’s klar: Wer Gewalt anwendet, um Politik zu machen, ist kein Aktivist. Kein Kämpfer für das Gute. Kein edler Widerstand. Wer zündet, schlägt, bedroht, einschüchtert oder Menschen wegen ihrer Meinung jagt, ist ein Täter. Fertig.
Das gilt für Rechtsextreme. Das gilt für Linksextreme. Das gilt für religiöse Spinner, Reichsbürger, Hooligans, Clan-Deppen und jeden, der meint, er dürfe anderen Angst machen, weil er sich moralisch überlegen fühlt.
Und dieses moralische Überlegenheits-Gelaber ist ja das, was bei Linksextremen oft wie ein Schutzschild funktioniert. Da wird dann so getan, als wäre Gewalt ok, weil man gegen die Richtigen kämpft. Als wäre das ein Freifahrtschein. Nein. Ist es nicht. Wer Gewalt gut findet, solange sie die richtigen trifft, hat Demokratie nicht verstanden. Der will Macht. Und sonst nichts.
Das Schweigen ist das eigentliche Problem
Das Widerlichste ist für mich nicht mal der Krawall an sich. Extremisten sind Extremisten. Die gibt’s leider überall. Das eigentliche Problem ist das Drumherum. Das Schweigen. Das Wegschauen. Das Kleinreden. Dieses peinliche Rumdrucksen, wenn es aus der eigenen ideologischen Ecke kommt.
Da wird dann so getan, als sei es unklug, das Thema groß zu machen. Als dürfe man das nicht zu laut sagen, weil sonst die Falschen klatschen. Ja und? Wenn du die Wahrheit nicht aussprichst, weil du Angst hast, wer sie dir zustimmt, hast du dich längst selbst verarscht.
Und dann kommt dieser Effekt, den ich auch bei vielen normalen Leuten sehe: Sie verlieren das Vertrauen. In Medien, in Politik, in die Fairness des Systems. Nicht, weil sie automatisch rechts werden. Sondern weil sie das Gefühl haben: Es gibt hier zwei Versionen von Realität. Eine, die gilt, wenn der Täter rechts ist. Und eine andere, wenn der Täter links ist.
Staatlich gefördert? Der Satz ist hart – aber der Eindruck entsteht
Ich lese und höre immer wieder: Linke Gewalt ist erlaubt und wird staatlich gefördert. Ob das faktisch stimmt, ist nochmal eine andere Baustelle. Aber der Eindruck entsteht, wenn man konsequent bei bestimmten Gruppen weicher spricht, wenn man Begriffe verwässert, wenn man auf Eierschalen läuft und Täter-Narrative nicht klar auseinander nimmt.
Der Punkt ist: Ein Rechtsstaat darf nicht so wirken, als hätte er Lieblingskinder. Sobald das passiert, kriegst du genau das, was keiner will: Radikalisierung, Lagerdenken, Hass, Trotz, und am Ende mehr Gewalt. Weil Leute denken, sie müssten es selbst regeln. Und das ist der Moment, wo ein Land wirklich dumm wird.
Was jetzt passieren muss
Erstens: Gleicher Maßstab. Gleiche Konsequenz. Gleiche Sprache. Wenn es linksextrem ist, dann nennt man es linksextrem. Nicht Protest. Nicht Szene. Nicht Aktivismus.
Zweitens: Klare Abgrenzung. Und zwar nicht nur von rechts, das macht man ja gerne und laut. Sondern auch von links. Wer demokratisch ist, muss Extremisten aus der eigenen Ecke genauso verachten wie die aus der anderen.
Drittens: Konsequente Strafverfolgung. Nicht symbolisch, nicht halb. Wer zündet, wer angreift, wer bedroht, gehört vor Gericht. Punkt.
Viertens: Ehrliche Debatte. Ohne dieses ekelhafte, taktische Wegdrücken. Ohne Angst vor der eigenen Blase.
Das Ding is
Das Land wird nicht besser, wenn man Gewalt in gut und böse einteilt, je nachdem, ob einem die Täter politisch passen. Gewalt ist Gewalt. Linksextreme sind nicht weniger gefährlich, nur weil sie andere Parolen brüllen. Wer Dinge anzündet, Menschen jagt oder Angst als Druckmittel nutzt, ist derselbe Dreck wie Rechtsextreme. Andere Farbe, gleiche Scheiße. Wenn Politik, Medien und Gesellschaft das nicht klar und konsequent benennen, fördern sie genau das, was sie angeblich bekämpfen: Radikalisierung und den Verlust von Vertrauen. Und wenn Vertrauen weg ist, wird alles härter, kälter und hässlicher. Genau das muss aufhören.
Herzlichst, Mike
Und jetzt du: Schreib deine Meinung unten in die Kommentare. Gerne Contra, gerne Zustimmung, gerne differenziert. Hauptsache ehrlich und respektvoll.
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