Bild KI generiert
KI ist mittlerweile so gut, dass man vieles nicht mehr auf den ersten Blick merkt. Früher war ein Fake oft so schlecht gemacht, dass es einfach nur Witz war: komische Kanten, schiefe Schatten, Gesichter wie Knetmasse. Heute sieht’s aus wie wenn man mit der Kamera dabei war. Und genau das ist das Problem.
Und bevor jetzt einer anfängt mit: Ja aber ist doch lustig. Klar ist es das manchmal. Ich hab null Problem mit Kram, der ganz offensichtlich Quatsch ist. Katzen, die singen und tanzen. Katzen und Hunde die sich gegenseitig mit Kung-Fu bekämpfen. Omas, die plötzlich Breakdance können. Alles okay. Das ist Unterhaltung. Da weiß jeder: Das ist fake, fertig.
Das Problem ist die andere Sorte: Fake-Bilder und Fake-Videos, die so tun, als wären sie echt. Die dich wütend machen sollen, dich in ein Lager ziehen sollen, dich dazu bringen sollen, Leute zu verurteilen oder irgendwas zu glauben, nur weil du’s gesehen hast.
Wenn du Fake-Bilder und Fake-Videos erkennen willst, brauchst du keinen Technik-Kurs. Du brauchst zwei Sachen: ein paar Checks und ein bisschen Disziplin.
Warum du so leicht drauf reinfällst (und das ist normal)
Die beliebtesten Fakes sind immer dieselben:
- Ein Politiker, der angeblich etwas sagt, was perfekt in die Stimmung passt
- Bilder vom Krieg und von Katastrophen, die dich direkt packen
- Videos, die Polizeigewalt oder allgemeine Gewalt zeigen, damit alle sofort ausrasten
Warum klappt das? Weil’s dich triggert. Und wenn du getriggert bist, denkt dein Hirn nicht sauber. Dann willst du nur noch: raus mit der Meinung und dem Urteil. Und genau darauf bauen die Leute, die sowas bauen.
Fake-Bilder erkennen: die schnellen Hinweise
Nicht ein Zeichen entscheidet. Aber wenn dir mehrere Dinge komisch vorkommen, ist das ein fettes Warnsignal.
Achte auf:
- Hände und Finger
- Kanten: Haare, Ohren, Brillen, Schmuck wirken manchmal verschmiert
- Licht und Schatten: passt das wirklich zusammen
- Schrift im Bild: Schilder, Logos, Aufdrucke – oft krumm oder unleserlich
- Zu perfekt: alles zu glatt, zu sauber, zu “studio”
Und noch ein Klassiker: Bild ist vielleicht echt, aber die Story dazu ist gelogen. Das ist sogar häufiger als KI.
Fake-Videos erkennen: woran du’s oft merkst
- Ton passt nicht sauber zum Mund
- Gesicht “wabert” an den Rändern, vor allem bei Bewegung
- Hintergrund spinnt: Muster, Linien oder Schrift wirken unruhig
- Bewegung wirkt unnatürlich: Hände, Stoff, Schatten – irgendwas stimmt nicht
- Markennamen auf Shirts, Autos oder Geschäften
Wenn du nur ein Mini-Problem siehst, kann’s auch einfach ein mieses Video sein. Wenn du aber mehrere Dinge siehst: Vorsicht.
Der wichtigste Test ist logisch, nicht technisch
Stell dir bei brenzligen Clips diese drei Fragen:
- Will mich das gerade emotional komplett erwischen?
- Woher kommt das wirklich? (Originalquelle, nicht “hat mir jemand geschickt”)
- Gibt’s das noch irgendwo anders? (mehr Perspektiven, mehr Quellen)
Und wichtig: Echt kann trotzdem falsch sein. Altes Video, anderes Land, anderer Anlass – neue Überschrift drauf. Fertig ist der Fake.
Wie du damit umgehst, ohne paranoid zu werden
- Wenn du’s nicht prüfen kannst: nicht teilen.
- Nicht in Kommentare abtauchen – such lieber die Quelle.
- Wenn du unsicher bist: frag nach dem Original.
Und wenn jemand sowas teilt: bremsen statt bloßstellen.
- Hast du den Original-Post?
- Ich find dazu nix Vernünftiges, könnte aus einem anderem Zusammenhang sein.
- Lass uns kurz prüfen, bevor wir jemanden fertig machen.
Das Ding is
Ich hab kein Problem mit offensichtlichem KI-Quatsch zur Unterhaltung. Singende Kung-Fu-Katzen werden die Demokratie nicht umwerfen. Das Problem sind die Fakes, die echt wirken sollen und Leute gegeneinander aufhetzen oder Vorverurteilungen auslösen. Dagegen hilft keine Magie, nur ein sauberer Reflex: erst prüfen, logisch denken, nicht einfach urteilen. Wer das nicht hinkriegt, ist nicht Opfer von KI – der ist Opfer von seiner eigenen Ungeduld.
Herzlichst, Mike
Und jetzt sag ehrlich: Hast du schon mal ein Fake geteilt, ohne es zu merken? Oder hast du eins gesehen, das dich fast erwischt hätte? Schreib’s in die Kommentare. Auch wenn du mir dabei in den Arsch trittst.
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