Henry Ford schreibt in diesem Satz kein hübsches Wandtattoo, sondern eine Kampfansage an ein Wort, das Leute viel zu gern benutzen: unmöglich. Ich lehne es ab, anzuerkennen, dass es Unmöglichkeiten gibt. Philosophisch steckt da eine klare Idee drin: Viele Grenzen sind nicht „Wirklichkeit“, sondern Gewohnheit. Wir nennen etwas unmöglich, weil es unbequem ist, riskant, teuer, oder weil wir Angst haben, uns lächerlich zu machen, wenn es schiefgeht. Unmöglich ist dann kein Naturgesetz, sondern eine Ausrede mit gutem Ruf.
Natürlich gibt es echte Unmöglichkeiten. Du kannst nicht beschließen, ohne Luft zu atmen, und du kannst nicht per Willenskraft die Schwerkraft abschalten. Aber Ford spricht nicht über Physik. Er spricht über die Sorte „Unmöglich“, die entsteht, wenn Menschen sich gegenseitig einreden, dass etwas nicht geht, weil es bisher nicht ging. Das ist die soziale Unmöglichkeit: Man macht das nicht. Das klappt nicht. Das hat noch keiner geschafft. Und genau da trifft das Zitat: Es fordert, dass man dieses „geht nicht“ nicht einfach schluckt, sondern prüft.
Philosophisch ist das eine Einladung zum Experiment. Nicht naiv im Sinne von „alles ist möglich“, sondern trotzig im Sinne von „beweis es mir“. Es ist die Haltung: Bevor ich etwas als unmöglich akzeptiere, schaue ich mir meine Annahmen an. Welche Regel halte ich gerade für ein Naturgesetz? Welche Angst verkleide ich als Vernunft? Welche Bequemlichkeit nenne ich Realismus? Wer so denkt, wird nicht automatisch erfolgreich, aber er bleibt beweglich. Und Beweglichkeit ist oft der Anfang von echter Veränderung.
Henry Ford (1863–1947) war ein US-Unternehmer und Gründer der Ford Motor Company. Er hat das Auto nicht erfunden, aber er hat es durch Standardisierung und Fließbandproduktion massentauglich gemacht. Sein berühmtes Model T wurde dadurch für viel mehr Menschen bezahlbar. Ford war ein praktischer Kopf, stur, systematisch, überzeugt davon, dass man Probleme nicht beklagt, sondern durch Prozesse löst. Gleichzeitig war er als Person widersprüchlich und nicht nur positiv zu bewerten – was zeigt: Machbarkeitsglaube kann Großes bauen, aber auch blind machen.
Das Ding is: Der Satz funktioniert, wenn man ihn als Filter benutzt. Unmöglich sollte man erst sagen, wenn man wirklich geprüft hat, ob es unmöglich ist – oder nur unangenehm.
Wie verstehst du das Zitat: als gesunden Trotz oder als Selbstüberschätzung?