Kinder auf Social Media: Die Plattformen scheissen auf unsere Kinder – und wir lassen sie
Ich sag’s, wie’s ist: Social Media ist für Kinder kein Spielplatz. Es ist ein Marktplatz. Und auf diesem Marktplatz sind Kinder keine Kunden – sie sind Ware. Aufmerksamkeit ist die Währung. Daten sind das Gold. Und der Preis wird mit Gehirn, Seele und Sicherheit bezahlt.
Und bevor wieder jemand rumheult von wegen: Ja aber früher war Fernsehen auch schlimm. Nein. Fernsehen hat dich nicht nachts um 2 Uhr gezielt angelächelt, dich in eine Endlos-Schleife gezogen, dich mit fremden Menschen verbunden, dir „Freundschaften“ simuliert und dir nebenbei noch beigebracht, dass du erst dann was wert bist, wenn du perfekt aussiehst und 300 Leute es liken.
Ich bin deshalb für ein klares Ding: Social Media bis 13 verbieten. Nicht als Symbolpolitik. Sondern als Schutz. Und dazu: verpflichtende Kurse in Medienkompetenz. Für Kinder. Und ehrlich gesagt auch für Eltern. Weil viele Erwachsene da genauso naiv rumlaufen wie ein Reh auf der Autobahn.
1) Das Gehirn wird umgebaut – und keiner will’s hören
Das Schlimmste ist nicht mal das einzelne Video. Das Schlimmste ist das System dahinter. Diese Apps sind gebaut wie Spielautomaten: ein bisschen Belohnung, ein bisschen Überraschung, ein bisschen „nur noch ein Clip“. Das ballert Dopamin rein – dieses „Geil, noch eins“-Gefühl. Und bei Kindern, deren Gehirn noch im Aufbau ist, wirkt das wie eine Baustelle, auf der jeden Tag jemand neue Wände einreißt.
Die Folge: Suchtverhalten, Konzentrationsprobleme, Reizüberflutung. Und dann wundern sich Erwachsene, warum Kinder nicht mehr still sitzen können, warum Schule „langweilig“ ist, warum alles, was nicht blinkt, uninteressant wird.
Und nein: Das ist nicht „die Jugend von heute“. Das ist ein verdammtes Geschäftsmodell.
2) Cybergrooming: erst Zucker, dann Druck – und dann wird’s krank
Ich mach’s klar: Ich kenne das nicht aus Nachrichten. Ich kenne das aus dem echten Leben. Aus meiner Familie. Aus nächster Nähe.
So läuft das: Erwachsene geben Kindern gute Gefühle. Die hören zu. Die „verstehen“ dich. Die sind „auf deiner Seite“. Die bauen Vertrauen auf – und zwar nicht zufällig, sondern als Methode. Dann kommen die Geheimnisse. Dann kommen die Fotos. Und wenn die Täter haben, was sie wollen, drehen sie den Hebel um.
Dann wird’s brutal. Dann wird’s krank. Dann kommen Drohungen, Angst, Druck. Und plötzlich macht ein Kind Dinge, die es nie tun würde – nicht weil es dumm ist, sondern weil es manipuliert wurde. Diese Leute sind keine „komischen Typen“. Das sind Manipulations-Profis. Und ja: Das sind Schweine. Punkt.
Wer da noch sagt: „Kinder sollen halt aufpassen“, hat den Schuss nicht gehört.
3) Mobbing: Digital ist es immer dabei
Früher konntest du nach der Schule wenigstens nach Hause und die Tür zumachen. Heute nimmt das Kind den Mobber mit in die Hosentasche. Gruppen, Chats, Screenshots, peinliche Bilder, Lügen – alles dauerhaft, alles teilbar, alles jederzeit. Das zerstört Selbstwert. Das zerstört Vertrauen. Und es zerstört manchmal viel mehr, als Erwachsene wahrhaben wollen.
Das Bittere: Plattformen könnten das technisch eindämmen. Tun sie nicht. Warum? Weil es Klicks bringt. Weil Streit Reichweite bringt. Weil Eskalation Engagement bringt.
Die Politik muss endlich Haltung zeigen – statt Opfer zu bestrafen
Jetzt kommt der Teil, der mich wirklich aggressiv macht.
Mir wurde von der Polizei gesagt, dass ein Kind, das unter Druck eigene Nacktfotos verschickt, sich damit im schlimmsten Fall selbst strafbar machen kann – wegen Verbreitung von Kinderpornografie. Lass das mal sacken: Ein Kind wird manipuliert, missbraucht, unter Druck gesetzt – und am Ende sagt der Staat: „Tja, jetzt bist du auch Täter.“
Das ist Opferumkehr mit Amtssiegel. Und wenn das Kind 14 ist und strafmündig, wird es im Zweifel auch noch „verarbeitet“. Das ist nicht Schutz. Das ist krank. Das muss geändert werden. Sofort.
Und jetzt das Wichtigste: Plattformen und ihre geldgeilen Bosse müssen in die Verantwortung. Nicht mit warmen Worten. Nicht mit „wir prüfen das“. Sondern mit echten Konsequenzen.
Ich fordere konkret:
- Keine Kriminalisierung von Kindern, die unter Druck und Manipulation eigene Bilder verschicken. Schutz und Hilfe statt Strafe.
- Fokus auf Täter: Erpressung, Manipulation, Grooming konsequent verfolgen – schnell, hart, ohne Wegducken.
- Pflicht zur Kooperation: Plattformen müssen Beweise sichern, schneller reagieren, schneller löschen, schneller melden.
- Altersverifikation, die diesen Namen verdient. Nicht „klick hier: Ich bin 18“. Sondern echte Barrieren.
- Manager- und Betreiberhaftung: Wenn Schutzmechanismen fehlen oder bewusst verwässert werden, muss es richtig teuer werden.
- Verbindliche Anlaufstellen: in Schulen, bei Jugendhilfe, mit klaren Wegen zur Polizei, mit Menschen, die wissen, was sie tun.
Wenn wir bei Lebensmittelbetrug, Steuerhinterziehung oder Umweltkram Manager verantwortlich machen können, dann können wir das auch, wenn Kinder beschädigt werden. Alles andere ist einfach nur dreckig, und massiv menschenverachtend. Und mir fallen hier noch ganz andere Wörter ein.
Was Eltern ab heute tun müssen – ohne Ausreden
Ja, die Plattformen sind der Hauptfeind. Aber Eltern sind nicht raus. Nicht, weil sie schuld sind – sondern weil sie für ihre Kinder Verantwortung haben und die letzte Schutzwand sind, wenn der Rest versagt.
Hier sind klare Basics, die sofort gehen:
- Handy nachts aus dem Zimmer. Ende. Schlaf ist Schutz. Und nachts passieren die schlimmsten Dinge.
- Accounts gemeinsam einrichten. Keine heimlichen Profile, keine „mach mal schnell“. Eltern müssen wissen, wie es läuft.
- Keine DMs mit Fremden. Das ist keine Kleinigkeit. Das ist eine Grenze.
- Eltern haben Zugriff und kontrollieren. Ja, kontrollieren. Nicht aus Misstrauen, sondern aus Verantwortung.
- Klare Regeln + klare Konsequenzen – aber mit Vertrauen. Und dazu: regelmäßige, ehrliche Gespräche. Nicht Verhör. Zuhören. Mit dem Kind zusammen Regeln machen. Und auch über Missbrauchsfälle sprechen – altersgerecht, aber real. Kinder müssen wissen, wie Täter arbeiten.
Kinder brauchen nicht nur „Freiheit“. Kinder brauchen Orientierung. Wer das nicht liefert, überlässt es TikTok – und TikTok liefert nur eins: Sucht und Risiko.
Das Ding is
Social Media ist für Plattformen ein Geldautomat. Für Kinder ist es oft ein Risiko, das sie nicht überblicken können. Die Bosse wissen genau, was sie tun: Sie bauen Systeme, die abhängig machen, Daten absaugen und Kinder in Situationen bringen, die sie nicht handeln können. Und der Staat macht es teilweise noch schlimmer, wenn er Opfer wie Täter behandelt. Es braucht ein klares Social-Media-Verbot bis 13, verpflichtende Medienkompetenz-Kurse, harte Regeln und echte Haftung für Plattformen – plus Eltern, die nicht wegsehen, sondern zuhören, führen und konsequent schützen.
Herzlichst, Mike
Sag ehrlich: Wie siehst du das? Ab welchem Alter ist Social Media ok – und was sollten Politik, Plattformen und Eltern endlich tun? Schreib’s in die Kommentare.