Hinweis: Dieses Bild ist KI-generiert. Es zeigt nicht den echten Friedrich Merz.
Manchmal sitze ich da, lese politische Nachrichten, und frage mich: Wie lange ist eigentlich zu lange?
Nicht bei Lebensmitteln, da gibt’s klare Regeln. Bei Politikern dagegen scheint das Mindesthaltbarkeitsdatum eine reine Empfehlung zu sein – wie bei Honig. Der hält ewig, aber irgendwann schmeckt er einfach schal.
Ich glaube, ein Land wie Deutschland bräuchte eine ganz klare Grenze: Maximal acht Jahre Kanzler. Zwei Amtszeiten. Schluss. Nicht, weil ich jemandem was nicht gönne – sondern weil ich überzeugt bin, dass Macht, wenn sie zu lange bleibt, den Charakter verändert.
Denn irgendwann, nach Jahren im Amt, hört man auf zu kämpfen. Man verwaltet. Man reagiert. Man wird bequem. Und Bequemlichkeit ist die langsamste, aber sicherste Form von Stillstand.
Ein Blick über den Tellerrand
In den USA ist das schon lange geregelt: Zwei Amtszeiten, fertig. Selbst ein Präsident, der beliebt ist, muss danach gehen. Das schafft Dynamik. Obama hätte sicher eine dritte Amtszeit gewonnen – aber er musste Platz machen. Und das war gut so. Nicht, weil er schlecht war, sondern weil Demokratie Bewegung braucht.
Frankreich macht’s ähnlich: Der Präsident darf höchstens zwei Amtszeiten am Stück regieren. Fünf Jahre pro Runde. Zehn Jahre insgesamt. Auch das sorgt für einen natürlichen Wechsel – für frische Gesichter, neue Ideen, neue Fehler (denn auch die gehören zur Demokratie).
Und dann gibt’s das andere Ende der Skala: China. Dort wurde 2018 die Begrenzung der Amtszeit aufgehoben. Seitdem kann Xi Jinping faktisch regieren, solange er will. Der Begriff „Volksrepublik“ klingt da inzwischen wie ein makaberer Witz. Wo keine Begrenzung ist, wächst Macht ins Maßlose. Und Maßlosigkeit war historisch noch nie ein Freund der Freiheit.
Deutschland – das Land der Dauerbewohner
Hierzulande dagegen scheint Macht auf Langzeitlagerung angelegt. Ein Kanzler oder eine Kanzlerin kann bleiben, so lange die Partei Lust hat – oder die Bevölkerung zu müde ist, sich Alternativen vorzustellen.
Die Amtszeit ist theoretisch begrenzt auf vier Jahre, praktisch aber unbegrenzt, wenn man die Wahl gewinnt.
Das führt zu dem, was ich Trägheit durch Gewöhnung nenne.
Nach acht, zwölf oder sechzehn Jahren im Amt verändert sich etwas im Denken: Man beginnt, das Amt mit sich selbst zu verwechseln. Entscheidungen werden vorsichtiger, Worte abgewogener, und irgendwann verliert man die Fähigkeit, zu überraschen.
Ich behaupte: Nach acht Jahren Kanzlerschaft wird jeder mutloser. Nicht, weil er plötzlich feige wird – sondern, weil er zu viel weiß, zu viel gesehen hat, zu viele Kompromisse in der DNA trägt.
Macht nutzt sich ab wie ein Werkzeug, das man nie aus der Hand legt. Und wer sie zu lange trägt, wird irgendwann von ihr getragen – und dann verschwindet die Bewegung.
Warum eine Begrenzung Mut fördert
Wenn ein Kanzler wüsste, dass nach acht Jahren Schluss ist, dann würde er regieren wie jemand, der nichts mehr zu verlieren hat.
Keine Angst um die Wiederwahl. Kein Schielen auf Umfragen. Keine Rücksicht auf Parteiposten oder Karrieren. Nur noch Entscheidungen, die man selbst verantwortet – nicht solche, die Berater für wählbar halten.
Ich glaube, so jemand wäre ehrlicher.
Er könnte sagen, was er denkt, auch wenn es unbequem ist. Er müsste sich nicht anbiedern, sondern könnte Prinzipien haben – echte, nicht strategische.
Vielleicht würde man dann wieder sehen, wofür jemand wirklich steht.
Denn wenn der Job zeitlich begrenzt ist, bleibt weniger Platz für Schauspiel.
Das wäre ein Gewinn für Politik, und ein Gewinn für uns alle.
Macht ohne Grenze ist wie Feuer ohne Löschzug
Macht ist nicht per se schlecht.
Aber sie braucht Regeln. Kontrolle. Und Grenzen.
Sie ist wie Feuer: Sie kann wärmen – oder alles verbrennen, wenn niemand rechtzeitig sagt: „Genug jetzt.“
In der Politik fehlt dieser Moment oft. Niemand sagt „Genug“.
Warum auch? Macht zu haben fühlt sich gut an. Sie öffnet Türen, macht Menschen freundlich, Medien nachsichtig, und Kritiker plötzlich verständnisvoll.
Doch mit jedem Jahr im Amt wächst auch die Distanz zur Realität.
Man verliert den Kontakt zu dem, was draußen passiert.
Das sieht man nicht, weil man ständig beschäftigt ist – mit Gipfeln, Sitzungen, Krisen und Fotos. Aber es passiert.
Die Entfernung zwischen Amt und Alltag wird mit jeder Wiederwahl ein Stück größer.
Ich denke, das ist einer der Gründe, warum Politik heute so oft an den Menschen vorbeigeht: Sie wird gemacht von Menschen, die zu lange in Räumen sitzen, in denen niemand mehr widerspricht.
Kein Mensch sollte Berufspolitiker auf Lebenszeit sein
Ein weiterer Punkt: Wer Kanzler ist, verdient ohnehin mehr als genug, ca. 32.724 €.
Ein Bundestagsabgeordneter bekommt aktuell rund 11.833 Euro im Monat, dazu kommen steuerfreie Pauschalen, Reisekosten, Büro, Mitarbeitende.
Niemand, der in dieser Lage ist, sollte nebenher noch irgendwo in Aufsichtsräten oder Vorständen sitzen.
Denn dort beginnt das schleichende Gift der Interessen.
Ich finde: Wenn du im Bundestag sitzt, dann mach das aus Leidenschaft und mach nichts anderes. Du bekommst auch genug Geld dafür.
Keine Nebeneinkünfte, keine bezahlten Vorträge, keine stillen Beteiligungen an Firmen, die später Gesetze betreffen.
Wer dagegen verstößt, sollte gehen – und zwar für immer.
Nicht mit symbolischer Rüge, sondern mit Mandatsverlust und einer Strafe, die richtig weh tut.
Weil Macht, die man für Geld missbraucht, keine politische, sondern eine persönliche ist. Und persönliche Macht hat in der Demokratie nichts verloren.
Zwischen Vertrauen und Verantwortung
Ich weiß, dass manche sagen: „Aber Erfahrung ist doch gut! Wer lange regiert, kennt sich aus, weiß, wie’s läuft.“
Ja, stimmt. Erfahrung ist gut – bis sie Routine wird.
Und Routine ist der Feind der Innovation.
Ein erfahrener Kanzler kennt die Mechanismen, die Gremien, die Wege der Macht.
Aber genau das ist das Problem: Er weiß, wie man alles am Laufen hält. Nicht, wie man etwas verändert.
Und manchmal braucht ein Land genau das: jemanden, der nicht weiß, wie man „weiter so“ sagt.
Natürlich gibt’s Risiken. Jeder Wechsel birgt Unsicherheit. Aber Stillstand ist kein Schutz, sondern eine schleichende Form des Rückschritts.
Vertrauen darf nicht Gewohnheit werden
Ich wünsche mir eine Politik, die Mut wieder belohnt.
Nicht Kalkül. Nicht Taktik. Nicht den ewigen Blick auf die Umfragewerte.
Macht sollte nie ein Dauerzustand sein, sondern eine Phase.
Etwas, das man übernimmt, trägt, und wieder abgibt.
Wie ein Staffelstab – nicht wie ein Thron.
Wir brauchen Kanzler, die wissen, dass ihr Ende absehbar ist.
Dann handeln sie nicht, um zu überleben, sondern um Spuren zu hinterlassen.
Und das wäre ehrlicher als jedes Wahlplakat.
Zwischen Skepsis und Wunschdenken
Ich bin zwiegespalten, was Volksentscheide angeht.
Ein Teil in mir sagt: Ja, das Volk sollte bei so einer Frage mitreden dürfen.
Aber dann lese ich die Kommentarspalten in den sozialen Netzwerken, und dieser Teil in mir wird kleiner.
Viele Menschen denken emotional, nicht rational. Und Machtbegrenzung ist ein Thema, das Vernunft braucht.
Gleichzeitig wünsche ich mir, dass das Volk kompetenter wäre, dass wir alle wieder lernen, zu denken, bevor wir schreien.
Vielleicht liegt genau darin das Problem: Wir sind nicht überfordert, sondern verlernt, Verantwortung zu tragen – auch für die Demokratie selbst.
Das Ding is
Ein Kanzler, der nach acht Jahren gehen muss, ist kein Verlust an Stabilität – sondern ein Gewinn an Glaubwürdigkeit.
Weil Macht nur dann gesund bleibt, wenn sie endlich ist.
Deutschland braucht keinen Dauerkanzler, sondern Menschen, die mutig regieren, weil sie wissen, dass sie bald Platz machen müssen.
Wenn wir ehrlich sind: Kein Mensch ist unersetzlich.
Aber jedes System, das so tut, als wäre einer es doch, wird irgendwann unaufrichtig.
Und Unaufrichtigkeit ist das Ende jeder Demokratie – nicht über Nacht, aber schleichend.
Deshalb wäre eine Begrenzung kein Angriff auf die Demokratie.
Sie wäre ihre Wiederbelebung.
Sie würde uns zwingen, wieder neu zu denken, neu zu wählen, neu zu vertrauen.
Herzlichst, Mike
Wenn du anderer Meinung bist – oder findest, dass Macht keine Frist braucht – schreib’s in die Kommentare.
Ich lese alles, und ich meine das ernst: Lass uns darüber reden Ich will Deine Meinung!