7 Gedanken zu “Pforzheim – es ist schön, wie es ist!

  1. Hallo Chris,
    Deinen Post finde ich gut geschrieben und es freut mich, dass es noch jede Menge Menschen in PF gibt, die sich dort wohl fühlen und es als ‚ihre Stadt‘ verstehen, die sie lieben, hegen und pflegen.
    Ich selbst bin auch einer von diesen Ur-Pforzheimern. Geboren dort in den frühen 50ern, dort zur Schule gegangen, Lehre gemacht und angefangen zu studieren. Dann bin ich gewissermaßen ‚in die Welt hinaus‘. Ich habe an vielen Orten gelebt und auch viel gesehen. Weltweit.
    In meine Heimatstadt komme ich immer mal wieder gerne zurück …. bin aber meist froh, wenn ich wieder weg kann. Weshalb? Weil es mich irgendwie frustriert was aus der Stadt geworden ist. Bereits in den 60ern wussten wir, dass Pforzheim auf eine schwierige wirtschaftliche Situation zusteuert. Zuviel wirtschaftliche Monokultur. Was wurde dagegen getan? Nicht wirklich viel und nicht wirklich etwas konsequentes.
    Du hast in Deinem Post das Thema der ‚Trümmerstadt‘ angesprochen und dass man nach dem Krieg eben schnell wieder auf die Füße kommen musste. In meiner Jugend habe ich noch viel davon mitbekommen. Aber seien wir mal ehrlich. Viel anders ging es anderen Städten im 2.WW auch nicht. Ich habe lange in Nürnberg gelebt. Dort waren auch 90% der Stadt platt. Aber schau Dir mal deren Altstadt an und schau Dir dagegen Pforze an. 60er/70er-Jahre Betonbarock würde ich meinen. Klar, man kann damit leben und man kann es auch schön empfinden. Es wäre sicherlich besser gegangen. Verhindert haben das damals zu viele persönliche Interessen und eine gewisse badisch-/schwäbische Holzkopfmentalität. Ich habe es miterlebt und kann mich noch recht gut daran erinnern.
    Über das Stadtbild im Merz’schen Sinne möchte ich nicht viel Worte verlieren. Aber 60% sind auch im Bundesdurchschnitt eine beachtliche Größenordnung.
    Aber egal. Inzwischen lebe ich schon lange im Ausland (wohl integriert wohlgemerkt) und freue mich natürlich darüber von Menschen zu hören und zu lesen, die sich in meiner Heimatstadt wohl fühlen. Ich wünsche mir, dass es noch mehr werden und dass sie sich trotz all der Schwierigkeiten im Ländle nicht unterkriegen lassen.
    Habt eine gute Zeit und fühlt Euch wohl.
    Hans

    1. Hallo Hans,
      ich glaube, du meintest in deinem Kommentar eigentlich mich und hast nur versehentlich Chris geschrieben – alles gut, das passiert schnell.
      Ich fand deinen Beitrag wirklich spannend zu lesen, vor allem, weil du Pforzheim noch aus einer ganz anderen Zeit kennst. Deine Beschreibung, wie sich die Stadt nach dem Krieg entwickelt hat, trifft vieles sehr genau. Du hast recht – damals wurde vieles einfach schnell aufgebaut, ohne wirklich langfristig zu planen. Diese wirtschaftliche Einseitigkeit und der „Betonbarock“ aus den 60ern haben das Stadtbild bis heute geprägt.
      Trotzdem seh ich das, was daraus entstanden ist, inzwischen mit etwas anderen Augen. Ich glaube, Pforzheim hat seine Brüche nie versteckt. Und ja, es wäre sicher schöner gegangen – aber vielleicht liegt gerade darin auch ein Stück Ehrlichkeit. Es ist eben keine Stadt, die sich verstellt oder künstlich aufhübscht.
      Ich kann auch nachvollziehen, dass dich manches frustriert, wenn du wieder herkommst. Gerade, wenn man die Stadt noch aus Zeiten kennt, in denen sie ein anderes Gesicht hatte. Aber ich finde, es gibt auch eine neue Generation, die Pforzheim wieder positiv sieht, ohne die Probleme zu verdrängen. Genau das wollte ich mit meinem Artikel zeigen.
      Danke für deine offenen Worte – sie geben dem Ganzen nochmal eine andere, wertvolle Perspektive.
      Viele Grüße,
      Mike

  2. Als Ur-Pforzemer der mittlerweile aus dem Enzkreis auf seine Stadt schaut stimme ich Dir 100% zu.
    Schöner Bericht.
    Leider meckern oder besser bruddeln meist die „nicht“Pforzheimer mehr als die echten….
    Licht und Schatten gibts überall…
    Grüße aus Straubenhardt
    Chris

    1. Hey Chris, danke dir für deine Worte.
      Ich seh das genauso – viele, die am lautesten bruddeln, kommen gar nicht von hier.
      Aber wie du sagst: Licht und Schatten gibt’s überall, und genau das macht Pforzheim am Ende so echt.
      Grüße rüber nach Straubenhardt.

  3. Genau so empfinde ich Pforzheim auch. Bin in Pforzheim geboren, habe schöne Kindheit und tolle Jugendzeit dort erlebt. 50 Jahre lebe ich jetzt bei den Schwaben. Mit meiner Tochter war ich einmal auf einem Gartenfest bei Jugendfreunden in Pforzheim. Da fragte mich meine Tochter, ob ich nicht manchmal Heimweh hätte. Die Menschen hier seien so anders. ….so echt! ….
    Die ewigen Meckerer, die alles schlecht reden, gibt es leider überall. Wer sucht der findet. Das Schöne und das Hässliche. Es tut gut, daß es doch noch Menschen gibt, die Beides suchen und finden. Danke für diese echten Gedanken über meine Heimatstadt und Grüsse aus dem Schwabenland.

    1. Hey, das freut mich wirklich total zu lesen!
      Ich hoffe, es ist okay, wenn ich dich duze – hier ist das ganz normal, das machen wir eigentlich immer so.
      Ja, Pforzheim hat beides: Ecken, wo man denkt „oje“, und Momente, wo man merkt, wie viel Herz in dieser Stadt steckt.
      Und du hast absolut recht – die echten Menschen hier machen den Unterschied.
      Ich find’s richtig schön, dass du trotz all der Jahre im Schwabenland noch so verbunden bist mit Pforzheim.
      Danke dir für die lieben Worte und Grüße zurück aus der Goldstadt!

      1. Als Ur-Pforzemer der mittlerweile aus dem Enzkreis auf seine Stadt schaut stimme ich Dir 100% zu.
        Schöner Bericht.
        Leider meckern oder besser bruddeln meist die „nicht“Pforzheimer mehr als die echten….
        Licht und Schatten gibts überall…
        Grüße aus Straubenhardt
        Chris

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