Mal ehrlich: Links und rechts sind beide legitim. Punkt. Wer Demokratie ernst nimmt, muss Gegensätze aushalten. Ohne Reibung kein Feuer, ohne Spannung kein Licht. Aber was machen wir? Wir packen die eine Seite ins Böse-Regal und die andere ins Gute-Regal – je nachdem, in welcher Filterblase wir gerade frühstücken. Links = Rettung, rechts = Gefahr. Oder umgekehrt. Totaler Quatsch.
Die Wahrheit ist: Die Mitte muss gebaut werden. Das ist nix Romantisches, sondern richtige Knochenarbeit. Da reicht kein „lasst uns alle lieb haben“. Sondern: Links und rechts müssen zusammen ackern, sonst geht’s nicht vorwärts.
Und ja: Deutschland zuerst – das ist keine Nazi-Parole, sondern schlicht gesunder Menschenverstand. Erst mal die eigene Hütte in Schuss bringen. Erst wenn meine Familie satt und sicher ist, helf ich gern auch den Nachbarn. Auf Staatsebene heißt das: Stabilität drinnen, Hilfsbereitschaft draußen. Reihenfolge, nicht Egoismus.
Das Märchen von den Guten und den Bösen
Wir lieben einfache Geschichten. Links sind die Guten, rechts die Bösen. Oder andersrum. So einfach ist’s halt nicht. Das ist Moral-Kitsch, Zuckerwatte fürs Gewissen – macht aber handlungsunfähig.
Fakt ist:
- Links bringt Empathie, Gerechtigkeit, Schutz vor Diskriminierung.
- Rechts bringt Ordnung, Sicherheit, Leistung, Institutionen.
Beides braucht’s. Die Mitte ist nicht „lauwarme Suppe“, sondern Mix aus den besten Zutaten. Links schaut, dass keiner runterfällt, rechts schaut, dass der Laden läuft. Klingt langweilig? Nee. Es ist halt Arbeit statt Drama.
Wenn Protest zur Schere im Kopf wird
Klar darf man protestieren. Muss man sogar. Aber protestieren heißt nicht blockieren. Wenn du Vorträge nur noch mit Trillerpfeifen und Blockaden beantwortest, dann bist du kein Kritiker mehr, sondern der Platzwart, der das Licht ausknipst.
Wir haben’s oft gesehen: Antifa, linke Gruppen, manchmal Unigremien – „Keine Bühne für X!“ Schön und gut, aber wenn Argumente durch Lautstärke ersetzt werden, ist’s vorbei mit Freiheit. Meinungsfreiheit stirbt nicht durch dicke Gesetze, sondern durch kleine Alltagsgewohnheiten, die irgendwann normal wirken.
Und, keine Sorge, ich weiß: Rechts kann das genauso – Shitstorms, Stempel wie „linksgrün versifft“, Empörungsindustrie. Kurz: Beide Lager lieben es, Debatten zu einer Schlägerei zu machen. Aber: Demokratie ist kein Fight Club. Wer Demokratie mag, gewöhnt sich das ab.
Identitätspolitik vs. Allgemeinwohl – zwei Sprachen, eine Republik
Links sagt: Sprache schafft Realität – also regeln wir Sprache, Trigger, Codes, Ausladungen von Personen.
Rechts sagt: Regeln schaffen Realität – also Grenzen, Polizei, Verfahren.
Beides stimmt irgendwie. Beides wird gefährlich, wenn’s allein regiert.
- Nur Identität? Dann zählt nicht, was wahr ist, sondern wer’s sagt. Ergebnis: Alles hypersensibel, jeder fühlt sich verletzt, Fakten zweitrangig.
- Nur Ordnung? Dann zählt nicht, was gerecht ist, sondern wer gehorcht. Ergebnis: Knallhart, kalt, Menschenleben wird zur Akte.
Die Mitte sagt: Wie schützen wir den Einzelnen – und halten trotzdem den Laden zusammen? Das ist der Punkt, wenn ich sage: Mitte nicht als Gefühl, sondern als System. Nicht: „Wir sind heute alle nett.“ Sondern: „Wir haben feste Regeln, die verhindern, dass eine Seite die andere plattmacht.“
Deutschland zuerst – und dann sehr gern die anderen
Das klingt böse, ist es aber nicht. Nur wenn es mir gut, ich nach mir zuerst schaue, kann ich für andere da sein. Es ist schlicht Hausverstand. Nur ein stabiles Deutschland kann verlässlich helfen. Deutschland zuerst heißt: erst Kühlschrank füllen, dann Nachbarschaft bekochen.
Das heißt konkret:
- Verwaltung, die mal entscheidet, statt zu vertrödeln.
- Staatshaushalt ohne Luftschlösser – Schulden sind Diebstahl an den Kindern.
- Bezahlbare Energie, sonst kannst du die schönsten Sozialprogramme vergessen.
- Innere Sicherheit, weil Chaos daheim auch außen wirkt.
- Bildung, die sowohl Handwerk als auch KI kann.
Wenn das steht, können wir großzügig sein – und dann auch so, dass es anhält. Alles andere ist nur PR mit moralischem Glitter.
Links & Rechts in Bestform – was da Gutes rauskommen könnte
- Links in Bestform: Radikal fair, klug mit Steuern, Sozialpolitik als Sprungbrett statt Hängematte.
- Rechts in Bestform: Sicherheit ohne Schaum vorm Mund, Infrastruktur, Respekt vor Leistung ohne Arroganz gegen Schwache.
Und siehe da: Die Schnittmenge ist gar nicht so klein – klare Regeln, verlässliche Institutionen, Transparenz, Eigenverantwortung. Wenn beide Lager mal den ganzen Müll draußen lassen würden, wäre Mitte keine Talkshow, sondern eine Lieferkette: Idee → Gesetz → Umsetzung → Kontrolle → Korrektur.
Cancel Culture, Shitstorms & das Schweigen danach
Links bringt Cancel Culture, rechts bringt Shitstorms – Ergebnis: alle halten die Klappe. Und das ist die gefährlichste Form von Zensur: Selbstzensur.
Wenn Lehrer, Forscher, Künstler schon vorher überlegen, was sie lieber nicht sagen, dann ist das Ende von Aufklärung. Gesellschaft muss Fehler aushalten, sonst gibt’s keine Fortschritte. Mitte heißt hier: Fehlsicherheit aushalten. Wer nicht mehr falsch liegen darf, tut nur noch so, als ob er denkt.
Fünf Dinge, die eine erwachsene Mitte tun muss
- Protest ja, Verhinderung nein. Schreien, Plakate, Konter – alles erlaubt. Bühne dichtmachen? Nein.
- Prioritäten ehrlich machen. Politische Projekte müssen sagen, was dafür nicht kommt. Ohne Streichliste ist alles Gelaber.
- Institutionen neutral halten. Hochschulen, Gerichte, Verwaltung – keine Parteibuden.
- Sozialstaat als Sprungbrett. Hilfe ja, Dauerabo nein. Links gibt Herz, rechts gibt Trittleiter.
- Sicherheit smart machen. Nicht zu weich, nicht zu hart, sondern wirksam.
Universitäten: Wenn der Hörsaal zur Kirmes wird
Uni = Stresstest für Demokratie. Wenn dort nur noch Thesen überleben, die niemand pieksen, können wir gleich Yoga-Kurse statt Vorlesungen machen. Und wenn jede Vorlesung Polizeischutz braucht, dann brauchen wir bald keine Unis mehr, sondern Einsatzfahrzeuge.
Lösung? Klare Hausordnungen, die Rede ermöglichen und Störer bremsen – ohne Ideologie-Check. Mitte heißt: Regeln, die alle schützen.
Streitkultur als Infrastruktur
Wir quatschen ständig über Brücken, Straßen, Glasfaser. Aber Streitkultur? Ist die unsichtbare Infrastruktur. Ohne sie fährt hier nix.
Drei kleine Regeln:
- Starke Argumente ≠ böser Mensch.
- Identität ≠ Joker.
- Gutsein ≠ Monopol von links oder rechts.
Wenn wir das kapieren, läuft Politik plötzlich schneller und besser – weil mehr Perspektiven drinstecken.
Das Ding is
Demokratie ist kein Wellnesshotel, wo alle im Bademantel rumschlurfen und ihre Weltanschauung massiert kriegen. Demokratie ist Werkstatt. Links und rechts bringen Material – manchmal auch Schrott. Die Mitte ist der Arbeitstisch, an dem entschieden wird, was taugt.
Echte Mitte heißt: Regeln, die schützen. Prioritäten, die tragen. Streitkultur, die Wahrheit jagt statt Menschen.
Deutschland zuerst? Heißt schlicht: erst stabil sein, dann solidarisch. Alles andere killt am Ende beides – das Eigene und das Fremde.
Also: Keine Bühne dichtmachen, keine Köpfe labeln, keine Probleme schönreden. Packen wir’s an. Die Mitte wartet nicht in Gefühlen, sie liegt im Ergebnis.
Herzlichst, Mike
PS: Deine Meinung ist gefragt. Wo siehst du echte Schnittmengen zwischen links und rechts, die heute schon praktikabel wären? Schreib’s unten rein – gern streitbar, aber respektvoll.